Abonnieren Sie unseren Newsletter

RoHS-Richtlinie - CE - Stoffverbote

Titel:
RoHS (Restriction of certain Hazardous Substances)
Richtliniennummer:
2011/65/EU und vorher 2002/95/EG
Frist:
Die neue Richtlinie 2011/65/EU mit CE-Kennzeichnungspflicht ist (laut Richtlinie) spätestens ab 3.Januar 2013 anzuwenden, die bisherige Richtlinie ist seit 1.Juli 2006 europaweit anzuwenden.
Hier frei vorhanden:
Richtlinie 2011/65/EG (Nachfolgerichtlinie für RoHS 2002/95)
Updates zur RoHS-Richtlinie haben wir hier nicht eingebunden (die rund 20 Richtlinien würden den Rahmen sprengen), siehe unten stehenden Text!
Es gibt nur in englischer Sprache einige Hinweise zur Auslegung der Richtlinie FAQ zur RoHS-Richtlinie 2012
Normen: es wird von der EU nur die Norm "EN 50581:2012 Technische Dokumentation zur Beurteilung von Elektro- und Elektronikgeräten hinsichtlich der Beschränkung gefährlicher Stoffe" aufgelistet (23.11.2012), was eher um die Frage der rechtssicheren Dokumentation geht als um technische Anforderungen (dafür eigentlich sind Normenlisten auf diesem System gelistet!). 
(Kurzdefinition)
RoHS heißt "Restriction of certain Hazardous Substances", also Beschränkung einzelner gefährlicher Stoffe. Die neue Ausgabe von 2011 fordert eine CE-Kennzeichnung für entsprechende Produkte - was eigentlich alle elektrotechnischen Erzeugnisse betrifft!
Umgesetzt durch:
Die Umsetzung erfolgte in Deutschland durch die Verordnung zur Beschränkung der Verwendung gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten, kurz ElektroStoffV, die am 9.Mai 2013 in Kraft trat.
Das alte ElektroG, das Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten vom 16. März 2005 ist damit weitgehend ersetzt, allerdings sind wir keine Juristen (die mögen es selbst prüfen). Lleider umfasst dieses Gesetz auch die sogenannte WEEE-Richtlinie 2002/96/EG und ist damit komplexer als notwendig! Die Auslegungen wurden im Juli 2010 erheblich geändert!
Sie als Hersteller sollten eine ausreichend detaillierte Liste der Bauteile bzw. Baugruppen führen - aus der sich die RoHS-Konformität leicht ablesen lässt! Prüfen lässt sich das kaum!

Weitere Informationen im nachfolgenden Block.

RoHS - Stoffverbote

Die sogenannte RoHS-Richtlinie mit der Nummer 2011/65/EU, vorher 2002/95/EG, dient der Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten. Diese Binnenmarktrichtlinie gilt für alle Mitgliedstaaten der EU in gleicher Weise und darf nicht unterschiedlich Interpretiert werden. Blei ist dabei nur einer von mehreren Stoffen, die durch diese Richtlinie im Einsatz eingeschränkt werden. Obwohl in der Branche der Begriff "bleifrei" verwendet wird, bedeutet dies nicht, dass die RoHS-Richtlinie alleine durch das Ersetzen von Blei eingehalten wird, auch nicht, dass die Produkte völlig bleifrei sind!


Folgende Geräte sind von der Richtlinie erfasst:

Mit gefährlichen Stoffen ist dabei

Grenzwert ist jeweils 0,1%, bei Cadmium 0,01%.

Für bestimmte elektrische Geräte bzw. Bauteile bestehen Ausnahmen, diese Ausnahmen umfassen

Weitere Ausnahmen (z.B. E-Bikes mit Zulassung) etc. bitte selbst im Richtlinientext ansehen!

Updates 2014

Der Anhang III umfasste bisher 40 Ziffern, der Anhang IV enthielt seit 2011 bisher 22 Ziffern mit Schwerpunkt auf medizinischen Geräten und Überwachungs- und Kontrollinstrumenten. Diesen wurden 2014 durch deligierte Richtlinien erheblich erweitert. Die Inhalte haben wir für Kunden aufbereitet, diese umfassen allerdings einige Seiten weshalb wir diese aktuell (noch) nicht hier veröffentlichen (Falls Sie kunde bei uns sind, bitte anfragen!).

Hinweis: die Ausnahmen werden in den EU-Gremien geprüft. Doch während es normalerweise eine Änderungsrichtlinie gibt, in der neue Ausnahmen aufgenommen oder bestehende befristet wurden, wurde diesmal ein sehr formeller Weg genommen. In Form von sechzehn Einzelrichtlinien im EU-Amtsblatt L 004 vom 9. Januar 2014, die weitgehend gleichlautend sind, sind Änderungen beschrieben. Da diese Einzel-Richtlinien zwar alle vom 18. Oktober 2013 datieren, aber erst zum Jahresbeginn im EU-Amtsblatt veröffentlicht worden sind, wurden sie mit 2014/1/EU bis 2014/16/EU durchnummeriert. Dabei werden dem RoHS-Anhang IV neue Ziffern Nr. 21 bis Nr. 34 angehängt, die fünfzehnte Richtlinie (RL 2014/9/EU) ersetzt die bisherige Ziffer 12 in Anhang IV durch eine Neufassung, die sechzehnte Richtlinie fügt in Anhang III (nicht Anhang IV) eine zusätzliche Unterziffer 1g ein. Das wäre schon schlimm genug, aber im Mai wurden weitere Richtlinien veröffentlicht, die im März beschlossen wurden und ebenfalls Änderungen beinhalten. .....

Ein persönlicher Kommentar:

Fast kein Konstrukteur, kein Verantwortlicher aus der Industrie hat den Sinn dieser Regelung, die sich aus dem Kyoto-Protokoll ergibt, bestritten. Das aus UmweltschützerInnenkreisen oft gebrachte Vorurteil "die Industrie will das nicht" ist schlicht falsch, die Verantwortlichen sind sich ihrer Verantwortung voll bewusst.

Die neue Ausgabe von 2011 erfasst endlich alle Produkte - die Industrie kennt die wenigen sinnvollen Ausnahmen für echte industrielle Anwendungen und den Militärbereich etc. Das Schlupfloch für Importeure ist geschlossen, alle Marktteilnehmer müssen RoHS beachten. Leider haben Juristen zum Teil seltsame Formulierungen eingebaut... wie im Anwendungsbereich der Verweis aus Artikel 2 auf Anhang 1 und dort als letzte Nummer etwas wie "...sowie alle Produkte, die hier nicht genannt sind".

Nicht verkneifen können wir uns die Bemerkung, dass deutsche Juristen teilweise peinliche Wissenslücken aufweisen - einer wollte uns verklagen, weil er nicht lesen konnte (;-)

RoHS ist für die meisten Hersteller von Geräten nur durch eine gute Stückliste und entsprechende Dokumentationen nachweisbar. Eine Prüfung im Labor ist kaum möglich - das ist nur für Stichproben sinnvoll (ich prüfe auch nur kritische Stellen wie z.B. Lötstellen etc.).

Die Umsetzung der RoHS-Richtlinie in nationales deutsches Gesetz zusammen mit der WEEE-Richtlinie ist keine Verringerung der Regelungswut des nationalen Gesetzgebers, sondern eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme auf Kosten der deutschen Verbraucher. Die europäische RoHS-Richtlinie hatte den noch korrigierbaren Fehler, sich nicht an die sicherheitstechnische Normung anzulehnen, denn wäre darin eine eindeutige Zuordnung zur RoHS-Pflicht enthalten, wären viele Diskussionen nicht notwendig gewesen: dann ist eben EN 60950 mit dem Normenteil Nr. xyz zum Thema RoHS einfach verbindlich und wer sich nicht daran hält, muss die Sicherheit seine Produkts auf anderem Wege nachweisen (was erfahrungsgemäß sehr viel teurer ist und entsprechend nur in sinnvollen Ausnahmefällen genutzt wird!)

Der Fehler setzt sich fort: der nationale Gesetzgeber hat bei der Umsetzung eine Überwachung durch Behörden so wackelig vorgegeben, dass bis heute kaum eine normale behördliche Marktüberwachung bekannt ist. Ergebnis ist eine Bevorteilung von Unternehmen, die sich nicht an diese Regelungen halten (auch wenn dies deklariert wird) und entsprechend billiger importieren oder produzieren können.

Im Juli 2010 wurden wichtige Grundlageninformationen ("Guide") vom deutschen Ministerium ersatzlos gestrichen, was zusammen mit neuen (!) Auslegungen, z.B. ob Leuchten mit LED RoHS oder WEEE-pflichtig sind, in Teilbereichen zu einem völligem Chaos führt. Böse Zungen behaupten, dies ist zur Förderung notleidender Juristen als Abmahnquelle bewusst initiert worden.

Katastrophal ist die noch gültige Verbindung mit der WEEE-Richtlinie im deutschen Gesetz, welches dadurch so komplex zu lesen wurde, dass nur mit sehr viel Aufwand eine scheinbare Lösung für die Produkte des jeweiligen Unternehmens herausgelesen werden konnte. Viele uns bekannte Firmen haben einen Zeitaufwand alleine für die grundlegenden Forderungen und Anmeldung ohne Mengenmeldungen von 2-3 Tagen gehabt, für eine Richtlinie, die im Originalzustand bequem in 30 Minuten durchgelesen werden konnte. Mehr dazu auf der WEEE-Seite!

vgwort

Seite drucken Nach oben