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Maschinenrichtlinie 2006/42/EG

Titel:
Maschinenrichtlinie 2006/42/EG (bis 30.12.09 galt 98/37/EG, davor 89/392/EWG)
Richtliniennummer:
Die 2006/42/EG ist die textlich überarbeitete Nachfolgerichtlinie der Ausgabe 98/37/EG. So ersetzt z.B. das Wort Risikobeurteilung den bisherigen Ausdruck Gefahrenanalyse (der war bis 2007 gebräuchlich, wurde aber gerne mit der arbeitsplatzbezogenen Gefährdungsanalyse verwechselt).
Umgesetzt durch:
9.Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz, kurz ProdSG (vormals GPSG)
CE-Info für Kunden:
  • CE-Zeichen am Produkt
  • "Original-" Bedienungsanleitung in der Sprache des Verwenderlandes
  • Konformitätserklärung, diese ist ausdrücklich als Produktbestandteil genannt!
  • Angaben zur Geräuschemission (wie <70dB(A) wenn die Maschine wirklich so leise ist, sonst der konkrete Messwert wie z.B. 78 dB(A)). Ggf. muss die Outdoor-Richtlinie 2000/14/EG (für Maschinen, die im Freien betrieben werden, mehr dazu unten im Verweis) angewendet werden!
Hier als verlinkte Dateien vorhanden: (sofern möglich, handelt es sich um die Original-EU-Daten)
Der Text der aktuellen Maschinenrichtlinie 2006/42/EG (pdf)
Der veraltete Richtlinientext der Maschinenrichtlinie 98/37/EG (pdf)
Der 2012er-Leitfaden zur Maschinenrichtlinie.pdf mit 434 Seiten und vollständig in deutscher Sprache erst 2012 erschienen.
Der englischsprachige Leitfaden zur Maschinenrichtlinie.pdf (quasi die Originalausgabe von 2010).
Die deutsche Umsetzung als 9.GPSGV (pdf) (Quellenangabe in der Datei)
Liste der harmonisierten Normen zur 2006/42/EG vom Januar 2016 (pdf) mit Hinweisen auf die A B C Normgewichtung  Achtung: erst mit Berichtigung 2016/C84/08 wurde die EN 62841 korrigiert, die Übergangsfrist läuft bis 2018!
Fragen und Antworten von 1998 zur Maschinenrichtlinie.pdf aus historischen Gründen.
Die Normenliste enthält immer wieder Angaben, die bei der Anwendung zu erhöhtem Aufwand führen. So wurde z.B. die EN 982 für Hydraulik durch EN ISO 4413 ersetzt, die inhaltlichen Änderungen sind gering.
Normen sind z.B. im Werk Leitfaden Maschinensicherheit enthalten (Beuth-Verlag 978-3-410-13238-7 ab ca. 428 €), der verhältnismäßig günstig die wichtigsten Normen enthält. Wer keine C-Normen anwenden kann oder will, hat damit eine recht komplette Ausstattung erworben (von EN ISO 12100 über EN ISO 13857, EN ISO 13849-1 und -2 und jetzt auch EN 60204 etc.)
Zum Thema Lärm müssen wir der Vollständigkeit halber die EU-Richtlinie 2000/14/EG anführen, umgesetzt in Deutschland als 32.Verordnung zum BImSchG, die für viele Maschinenarten detaillierte Angaben zum von diesen Maschinen ausgehenden Lärm fordert:
Richtlinie 2000/14/EG Geräuschemissionen von zur Verwendung im Freien vorgesehenen Maschinen
und dazu eine Hilfe-Seite der EU zum Thema Outdoor - probieren Sie diesen externen Link aus! . Übrigens sind die meisten Mülltonnen genau solche Outdoormaschinen - schauen Sie mal in die Richtlinie hinein!
Maschinenrichtlinie - Risikobeurteilung

Der Begriff „Gefährdung“ wird im Kontext der Risikobeurteilung als mögliche Quelle einer Schädigung verwendet. Das Vorhandensein einer Gefährdung ist unabhängig davon, ob irgendeine Verletzung oder ein Gesundheitsschaden tatsächlich wahrscheinlich ist. Zum Beispiel sind scharfe Klingen an Maschinen eine mögliche Quelle von Verletzungen. In der Phase der Gefährdungsermittlung muss eine Gefährdung als vorhanden betrachtet werden, selbst wenn der Maschinenteil, von dem die Gefährdung ausgeht, unzugänglich ist.

Die grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen in Anhang I Teil 1 sind von den Herstellern von Maschinen sämtlicher Kategorien zu berücksichtigen. Die Abschnitte 1.1.2 (sichere Konstruktion), 1.7.3 (Kennzeichnung) und 1.7.4 (Bedienungsanleitung) sind immer anzuwenden.

Die Teile 2 bis 6 des Anhangs I befassen sich mit den folgenden speziellen Gefährdungen:

Teil 2 besondere Gefährdungen bestimmter Maschinenkategorien:

Nahrungsmittelmaschinen,

Maschinen für kosmetische oder pharmazeutische Erzeugnisse,

handgehaltene und handgeführte Maschinen,

tragbare Befestigungsgeräte und andere Schussgeräte,

Maschinen zur Bearbeitung von Holz und von Werkstoffen mit ähnlichen Eigenschaften;

Teil 3 Gefährdungen, die von der Beweglichkeit von Maschinen ausgehen;

Teil 4 durch Hebevorgänge bedingte Gefährdungen;

Teil 5 Spezielle Gefährdungen durch Maschinen, die zum Einsatz unter Tage bestimmt sind;

Teil 6 Gefährdungen, bedingt durch das Heben von Personen.

Die Bedeutung der grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen in diesen einzelnen Abschnitten ist davon abhängig, ob der bestimmte Maschinentyp zu einer oder mehreren Kategorien der Maschinen zählt, die von den Abschnitten 2 oder 5 betroffen sind. Beispielsweise unterliegt beispielsweise eine fahrbare Hubarbeitsbühne den Anforderungen in den Abschnitten 1, 3, 4 und 6.

Die in Anhang I formulierten grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen sind ohne Einschränkung formuliert. Wenn bestimmte grundlegende Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen in einigen Fällen aufgrund des derzeitigen Standes der Technik nicht in vollem Umfang erfüllt werden können, müssen die Maschinenhersteller sich bemühen, dass die Ziele der grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen so weit wie möglich erfüllt werden.

Der Begriff des „Standes der Technik“ wird in der Maschinenrichtlinie nicht definiert; aus Erwägungsgrund 14 ergibt sich jedoch in eindeutiger Form, dass der Begriff des „Standes der Technik“ sowohl einen technischen als auch einen wirtschaftlichen Aspekt einschließt.

Harmonisierte Normen enthalten technische Spezifikationen, die es dem Maschinenhersteller ermöglichen, die grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen zu erfüllen. Da harmonisierte Normen auf der Grundlage eines Konsenses zwischen den Beteiligten entwickelt und beschlossen werden, vermitteln ihre Spezifikationen einen guten Anhaltspunkt für den Stand der Technik zum Zeitpunkt ihrer Annahme.

Maschinenrichtlinie - Anwendungsbereich
Artikel 1 Anwendungsbereich

(1) Diese Richtlinie gilt für die folgenden Erzeugnisse:
a) Maschinen;
b) auswechselbare Ausrüstungen;
c) Sicherheitsbauteile;
d) Lastaufnahmemittel;
e) Ketten, Seile und Gurte;
f) abnehmbare Gelenkwellen;
g) unvollständige Maschinen.
(bitte nutzen Sie die Original-pdf´s für Grenzfälle und genaue Auslegungen - wir haben hier stark verkürzt)
Artikel 2 Begriffsbestimmungen
Im Sinne dieser Richtlinie bezeichnet der Ausdruck „Maschine“ die in Artikel 1 Absatz 1 Buchstaben a bis f aufgelisteten Erzeugnisse. Ferner bezeichnet der Ausdruck
a) „Maschine“
  • eine mit einem anderen Antriebssystem als der unmittelbar eingesetzten menschlichen oder tierischen Kraft ausgestattete oder dafür vorgesehene Gesamtheit miteinander verbundener Teile oder Vorrichtungen, von denen mindestens eines bzw. eine beweglich ist und die für eine bestimmte Anwendung zusammengefügt sind;
  • eine Gesamtheit im Sinne des ersten Gedankenstrichs, der lediglich die Teile fehlen, die sie mit ihrem Einsatzort oder mit ihren Energie- und Antriebsquellen verbinden;
  • .......
g) „unvollständige Maschine“ eine Gesamtheit, die fast eine Maschine bildet, für sich genommen aber keine bestimmte Funktion erfüllen kann. Ein Antriebssystem stellt eine unvollständige Maschine dar. Eine unvollständige Maschine ist nur dazu bestimmt, in andere Maschinen oder in andere unvollständige Maschinen oder Ausrüstungen eingebaut oder mit ihnen zusammengefügt zu werden, um zusammen mit ihnen eine Maschine im Sinne dieser Richtlinie zu bilden;

Dazu folgende Hinweise:

Die Beweglichkeit der miteinander verbundenen Teile muss durch externe Energie wie dem Stromnetz oder einem Brennstoff (Benzin) etc. oder durch gespeicherte Energie wie Federkraft oder auch die potenzielle Energie eines Gewichtes erreicht werden. Die Energie sollte so stark sein, dass eine Gefährdung der Gesundheit eines Menschen erreicht werden kann; dies dürfte z.B. bei mechanischen Armbanduhren nicht der Fall sein. Ausgenommen von der Maschinenrichtlinie sind statische Konstruktionen wie Regale und Gerüste und handbetätigte bewegliche Teile wie eine Zange – diese werden ausdrücklich als Ausnahmen genannt.

Ein Motor zum Einbau in eine Maschine ist keine Maschine, da er vor dem Einbau keinen genau bestimmten Anwendungszweck hat. Ein Außenbordmotor für ein Boot hat jedoch einen genau bestimmten Anwendungszweck und ist deshalb als Maschine im Sinne der Maschinenrichtlinie anzusehen.

Die Formulierung „miteinander verbundenen Teilen“ soll Elementarbauteile mit der Ausnahme der später genannten Lastaufnahmeeinrichtungen ausschließen, schließt aber Maschinen ein, die aus Transportgründen zerlegt werden oder als Bausatz verkauft werden. Deshalb ist die Montageanleitung so wichtig!

vgwort

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