5 Details zu Stromzählern die Sie noch nicht wussten

Diese Seite wendet sich nicht nur an Profis, die viele Details zu Stromzählern kennen, aber denen ich ein wenig Neues sagen möchte:

1.) Ein für eine monetäre Abrechnung eingesetzter Stromzähler ist nach aktuellen technischen Normen (EN 50470) gebaut und entspricht damit hoheitlichen Vorgaben. Wir können jetzt lange über die Bedeutung von Eichung und Kalibrierung diskutieren – wichtig sind für mich die Hinweise Norm und Abrechnungsfähigkeit. Weitere Hinweise dazu in der Messgeräterichtlinie https://www.ce-zeichen.de/messgeraete-2014-32-eu/

Die Anwendung von aktuellen Normen bedeutet auch, dass Effekte, die man vor 30 Jahren kaum kannte, aktuell berücksichtigt werden – so sind Stromzähler jetzt in der Lage, Einspeisungen zu erkennen.

2.) Angeblich ließen sich die alten Zähler durch Magnete und so weiter irritieren. Ich halte diese Geschichten mit „man klebt ein Magneten daneben und der Stromzähler läuft rückwärts“ für alberne Youtube-Gags und ähnliches. So einfach geht’s nicht….

3.) Stromzähler falsch ablesen ist immer noch die häufigste Fehlerquelle, weil manche Stromzähler so komplexe Anzeigen haben, dass man wirklich zuerst irritiert guckt was das Ganze überhaupt sein soll. Wichtig ist die Stromzählernummer und dann der aktuelle Verbrauchswert, den man mit dem Verbrauch vom letzten Jahr vergleichen sollte. Haben Sie einen Erwartungswert?

4.) Es gibt zuverlässige Berichte dass Wechselstromzähler in größeren Anlagen wie z.B. Rechenzentren fehlerhafte Werte messen. Damit verbunden ist die Frage, was wäre ein korrekter Wert, denn der reine 50Hz Sinusverbraucher ist selten. Insbesondere EDV-Schaltnetzteile haben Stromverbräuche, die zu einem Teil nicht dem klassischem Wechselstrom entsprechen und von den Stromzählern nicht richtig erkannt werden. Derzeit sieht es so aus, als wenn Rechenzentren zu hohe Stromkosten in Rechnung gestellt werden würden. Wir können uns jetzt lange streiten was denn der richtige Stromwert ist. Es gibt zwar eine technische Norm EN 50160, die aber nur die klassischen Oberwellen beschreibt und nicht die die durch Schaltnetzteile entstehenden Anteile berücksichtigt.

5.) Balkonkraftwerke: Viele Anwender denken, jetzt habe ich wesentlich weniger Stromkosten. Ja, es kann schon mal wesentlich weniger Verbrauch sein. Es wird aber oft so sein, dass der Unterschied nicht so groß wie ist wie sie es erwartet haben. Der Grund ist banal: diese Geräte haben immer einen Standbyverbrauch. Diesen Standbyverbrauch tritt immer dann auf, wenn die Sonne nicht scheint oder nicht ausreichend scheint und das Messgerät doch so 10 bis 20 W anzeigt – Achtung: das ist keine Einspeisung sondern Verbrauch!

Es ist technisch nicht so einfach, die Richtung des Wechselstromverbrauchs festzustellen, eben ob die Solaranlage Strom frisst oder Strom erzeugt.

Mal was positives zu Balkonkraftwerken: laden Sie Ihr Elektroauto darüber. Gehen sie davon aus, dass sie elektrische Verluste haben, also zwischen der Eingangsleistung der von der Solarzelle bis hin zu ihrem Kraftfahrzeug bzw. der Batterie. Diese Verlusten betragen schnell über 20%. – was aber letztendlich egal ist, da Sie den Strom kostenlos erzeugen und nutzen. Effgizienzsteigerungen werden mit jeder technischen Generation zu erwarten sein, aber deshalb Anlagenteile verschrotten lohnt nicht.